XBOX Live Streetart in Essen - Marketing goes Subculture Part 562

Der Essener Hauptbahnhof wird anlässlich der “Kulturhauptstadt 2010″ zur Zeit komplett umgebaut und saniert. Auf dem Heimweg vom Weihnachtsmarkt fiel mir an einer der langen Holzfassaden, die zum Sichtschutz der Baustellen haufenweise dort aufgestellt sind, ein recht großes Streetart Klebebild auf. Die Freude ein solch lebensgroßes Exemplar in meiner Stadt zu sehen war recht groß, da es hier, bis auf kleine Varianten und Paketaufklebern, keine Szene für derartige Kunst gibt.

Die Lage (unter der Bahnbrücke, von Strassenseite durch einen Pfeiler verdeckt) und auch die Art und Weise ließen keinen anderen Schluß zu: hier handelte es sich um ein illegales Kunstwerk. Auch die Anspielung auf die XBOX schien hintergründig-kritischer Natur zu sein (was will uns der Künstler damit sagen?). Also DigiCam raus und für die Ewigkeit festhalten bevor es auf den Müllhalden der Stadt landet.

XBOX Streetart am Essener Hauptbahnhof

Zuhause angekommen direkt erst einmal die aufgeführte URL aufgerufen in dem Glauben auf eine nicht vorhandene Domain zu stoßen… aber seht selbst.

Marketingfalle zugeschlagen würd ich sagen…
XBOX Live benutzt Streetart, oder eher missbraucht Streetart, zu Werbezwecken… Ein weiteres Beispiel wie aufblühende Subkulturen von den Konzernen aufgegriffen und zum Kundenfang eingesetzt werden. Ich muss gestehen dass ich darauf reingefallen bin. Auf einem normalen Werbeplakat wär es mir im Leben nicht aufgefallen und nun mache ich indirekt wieder Werbung…

…gut gemacht Microsoft.

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Discussion

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Comments
1.
On Dezember 5th, 2008 at 17:30, KingCrown said:

Hmm, ist das jetzt gut, wenn Werbung so rüberkommt? Kann ich in der AUssage gerade nicht richtig herauslesen…
Mir ist es lieber so als anders herum :-)

Crown

2.
On Dezember 5th, 2008 at 19:01, admin said:

@KingCrown
Ich bin da ehrlich gesagt auch zwiegespalten. Einerseits komme ich aus dem Streetartbereich (damals noch mit Sprühdosen) und habe damals schon Magenschmerzen bekommen wenn jemand Graffiti-Auftragsarbeiten gegen Cash machte, aber andererseits habe ich auch lange Jahre in einer Werbeagentur gearbeitet und muss die Wirkung zu 100% honorieren. Aber gerad bei der heutigen Stencil-Sticker-Streetart stecken häufig sozialkritische Aspekte hinter dem Treiben der Künstler die mir bei solchen Kommerzaktionen gänzlich fehlen.

Am meisten ärgert mich glaub ich dass ich darauf reingefallen bin wo ich mich doch für so werberesistent hielt :)

unfassbar

3.
On Dezember 19th, 2008 at 16:49, Stefan said:

Gibts bei mir Düsseldorf um die Ecke auch. Ich dachte auch zunächst an ein gelungenes Stück Streetart, vor allem, weil es über ein misslungenes Piece einer lokalen Crew geprüht war.
Als ich das Teil in Essen gesehen habe, habe ich mich doch geärgert:
Konzerne dürfen also mehr oder weniger ungestraft ihre Botschaft auch als Graffiti verbreiten, während Sprayer das nicht dürfen? Wenn die Städte jetzt nicht genauso hart gegen die Auftraggeber vorgehen wie gegen “normale” Sprayer auch, dann weiß ich auch nicht… unfassbar.

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